top of page

Meine Geschichte der Angst...

  • Autorenbild: Katja Reuther
    Katja Reuther
  • 2. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Ich erzähl dir meine Geschichte über Angst. Sie ist sehr dunkel.

Die Angst macht so viel zu Nichte: Ideen, Kreativität, wunderbare Pläne, hoffnungsvolle Ideen, mutige Abenteuer.  

Sie lässt Menschen im Status Quo erstarren. Und dies meistens an Orten, an denen sie gar nicht sein möchten. In einer Komfortzone, die keine ist.

Die Angst wird für viele zu einem Gefängnis ohne physische Mauern.

Dabei existiert sie nur in deinen Gedanken. Sie hat nicht mal eine Frequenz. Sie ist keine Emotion.

Die Angst lässt dich einen weiteren Tag verstreichen, ohne einen Schritt dahin gemacht zu haben, wo du das Glück erhoffst.

Rückwirkend betrachtet, bin ich oft unbewusst durch meine Angst hindurchgeplumpst. Ich bin allein gereist, bin ohne Geld ausgewandert (ich hätte wohl den Idiotenpreis gewonnen bei Auf und Davon).

Aber in meine allergrösste Angst stieg ich jedoch mit vollem Bewusstsein:

In die Dunkelheit. 10 Tage lang.

Ich hatte immer schon Angst im Dunkeln. Nur der Gedanke daran liess mich erschauern! Mir sass die Angst im Nacken, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Taschenlampe war bei jedem Nacht-Pipi dabei.  

Und dann entschied ich mich, freiwillig 10 Tage in ein Dunkelretreat zu gehen. Warum ich das tat? Weil mir innerhalb von wenigen Monaten 3 verschiedene Personen davon erzählten. Da wusste ich: es gibt keine Zufälle, ich muss das tun, und meldete mich 6 Monate vorher an.

So hatte ich ein halbes Jahr Zeit, mich vor diesem Moment zu fürchten. Super… Und selbstverständlich tat ich das jedes Mal, wenn ich daran dachte.

Der Moment kam. Nach einem Abendritual erhielt ich eine Kerze, mit der ich in mein Zimmer ging und sie dort:

selbst ausblasen musste, um 10 Tage in einem Raum ohne Licht verbringen.

Ich sass mit der brennenden Kerze auf meinem Bett. Zitterte, war voller Angst, mein ganzes System schrie mir zu «nein!!!». Ich verlor absolut die Kontrolle über mich und weinte bitterlich.

Meine wunderbare Betreuerin redete mir gut zu, bis ich endlich, endlich, diese Kerze ausblies und wir in der Dunkelheit verschwanden. Sie verliess den Raum.

10 Tage in der Dunkelheit.

Ich legte mich hin und schluchzte noch 5 Minuten und erwartete eine weitere Panikwelle, doch es kam: NICHTS.

Ich fühlte mich normal. Ok, etwas unwohl, war mir schon, bitzli aufgeregt, aber keine Angst und keine Panik zeigte sich.

Sie war einfach weg. Die Angst. Komplett weg.

Und sie kam während den kommenden 10 Tagen nicht mehr. Im Gegenteil.

In diesen 10 Tagen habe ich mehr über mich, mein Leben, wer ich bin, warum ich bin und wie ich sein möchte erfahren, als ich mir jemals zu träumen wagte.

Ich habe in der Dunkelheit Antworten auf Fragen gefunden, die mich schon mein ganzes Leben quälten. Einfach weil ich nur mit mir war. Wir tragen alle unsere Antworten in uns, aber können uns in der lauten und schnellen Welt nicht hören.

Es waren die schönsten 10 Tage meines Lebens! Schöner als jeder Palmenstrand.

Es war nicht die Dunkelheit, vor der ich mich fürchtete.

Die Angst entstand durch meine reine Annahme, den Glauben daran, was in der Dunkelheit passieren könnte. Meine Fantasie erschaffte sich ein Szenario, das aber nichts mit der Realität zu tun hatte.

Dies konnte ich aber erst erkennen, nachdem ich durch die Angst hindurch ging. In dem ich die Kerze ausblies.

Seither weiss ich: immer, wenn ich irrationale Angst vor einer Tätigkeit habe, vor einer Idee, dann ist genau das mein Weg. Und ich tus.

Keine Risikosportarten, bei denen ich meinen Körper in Gefahr bringe.

Sondern Lebensschritte, Bewegungen im Leben. Veränderungen.

Seither ist meine Lebenslinie sehr kurvig, wie die der Herzschlag auf dem Monitor.

So habe ich z.B. meinen Job gekündigt mit ein paar Franken in der Tasche und dem festen Glauben, dass das mit der Selbständigkeit klappt! Und es tat es. Ohne Business- oder sonst einem Plan. Ehrlich!

Mein Leben erschöpft mich manchmal unglaublich. Ich wünsche mir Ruhe, Stillstand, Gleichmässigkeit, Regelmässigkeit.

Aber ich habe es aufgegeben, danach zu streben, denn ich lebe in der konstanten Veränderung.

Ich bin in Bewegung.

Deswegen erlebe ich unglaublich viel. Ich bin reich an Erfahrung, an Überraschungen, an unglaublichen Freuden im Leben, aber auch verbunden mit Trauermomenten, die mich in die Knie zwingen.

Aber: ich lebe! Denn ich erfahre alles selbst.

Ich wünsche mir von Herzen, dass du dich nicht von deiner Angst fesseln lässt, während das, was du jemals wolltest, nur 5 Minuten entfernt ist:  

auf der anderen Seite der Angst.

Diese Geschichte ist einer von vielen Gründen, weshalb ich Menschen, die sich beruflich verändern möchte begleite. Damit sie sie erkennen, was sie wirklich wollen, welche Talente sie besitzen und sie mutig einen Schritt wagen, der sie auf die andere Seite in eine zufriedene Tätigkeit bringt.

Denn am Ende bereust du nicht, was du getan hast, sondern was du nicht mal versucht hast.

Alle meine Programme unterstützen dich, um diesen Weg zu gehen.

Schau doch mal rein, ich würde mich freuen, dich auf der anderen Seite zu treffen!

Herzlichst, Katja

  

 

 
 
 

Kommentare


bottom of page