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  • AutorenbildKatja Reuther

Ausreden





Es gibt Ausreden, wenn man sie ausspricht, innerlich schon fast erbrechen muss….


Wir schreiben das Jahr 2013 und ich schrieb damals bereits seit 7 Jahren eine Kolumne in einer Zeitung, die richtig gut ankam. Es hagelte empörte und entzückende Leserbriefe und immer wieder wurde ich für Interviews angefragt. Damals alles nur Print! Es gibt also keinen Netzfund 😊.


Daraus entwickelten ein guter Freund und ich eine wirklich großartige Idee eines interaktiven Blogs für Kurzgeschichten. Die Idee stand, das Konzept war geschrieben, der Freund war Web-Nerd und konnte das technisch tip top umsetzen. Let’s go! Unserem Erfolg stand nichts mehr im Wege!


Eigentlich.


Ausser ich selbst. Ich hatte Angst. Angst was auf mich zukommt, wenn es klappt? Wie finde ich Zeit, daneben einen Job zu machen? Katja, wenn das klappt, brauchst du keinen Job: Werbeeinnahmen, hallooo!! Ja aber wenn nicht? Und was wenn das und was wenn jenes??


Und so sabotierte ich unser Projekt, bis es zum Erliegen kam. Ich «aberte» alles. Ja aber, ja aber, ja aber. Es verlief im Sand. Genau so wie die Freundschaft. Verständlich. Er hat so viel Zeit dafür investiert.

Viele Jahre später gab es dann einen Blog zwei anderer Frauen und war ja klar: lief sehr gut.


Ich sagte mir: ja siehst du, damals wäre das eh nicht gegangen, ich war der Zeit voraus, das hätte damals eh nicht geklappt. Und während ich es sagte, k*** ich innerlich fast.


Billige Ausrede. Verleugnung, Verdrängung. Damit einfach dieses böse, böse, böse Gefühl des Bereuens nicht überhand kriegte.


Und ich bereue es heute noch! S. – wenn du das liest – so sorry!


Es tut jedoch nicht mehr so weh. Denn ich habe daraus gelernt. Seither versuche ich fast alles (nur fast…wenn ich alles versuchen würde, hätte ich seeehr viele blaue Flecken 😊) Und versuche nach meinem Lebensmotto zu leben:


Du kannst bereuen, was du getan hast, jedoch nicht, was du nicht mal versucht hast.

Denn dieses Bereu-Gefühl eines Versäumnisses ist nachhaltig und sitzt tief.


Gibt es etwas, was du NICHT getan hast und bis heute bereust? Könntest du das noch nachholen? Ab wann ist es eigentlich «zu spät»?


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